Bayern 4 Klassik: QNG – In Vain – Von der Vergänglichkeit

9. März 2009
18:00bis19:00

Quartett New Generation: In Vain / Von der Vergänglichkeit

Man kann’s kaum anders sagen: Es sind vier fantastische Musikerinnen, die da im Zeichen der Blockflöte zum “recorder collectiv” zusammen gefunden haben. Seit 1998 bilden Susanne Fröhlich, Andrea Guttman, Hannah Pape und Heide Schwarz als Quartet New Generation – kurz: QNG – ein Ensemble der Extraklasse. Für ihr außerordentlich klangsinnliches Spiel und ihre experimentierfreudige Entdeckerlust sind die ambitionierten Künstlerinnen mittlerweile vielfach mit Stipendien und internationalen Preisen bedacht worden; so beispielsweise beim renommierten Deutschen Musikwettbewerb, beim Gaudeamus Wettbewerb in Rotterdam, so in Frankreich, in Polen oder in den USA. In Übersee gewannen die vier 2004 den ersten Preis des Internationalen Concert Artists Guild Competition und es folgten unzählige gefeierte Auftritte in den Vereinigten Staaten, in Mittel- und Südamerika, in Japan.

Nun hat das Blockflötenensemble beim Label GENUIN eine wirklich ansprechende CD mit alter und neuer Musik eingespielt: Vier hübsche junge Musikerinnen reflektieren über Tod und Vergänglichkeit, dass es eine Freude ist. In einem bezwingend komponierten Programm kommen die nach Stimmlagen und historischer Verortung verschiedensten Instrumente der Blockflötenfamilie zum Einsatz. Da folgt der suggestiv in ihren Bann ziehenden Dance macabre für vier Sopranblockflöten und elektronische Zuspielungen aus der Feder von Dorothée Hahne eine polyphone Fantasia, die der Frühbarockmeister Samuel Scheidt nach einem Madrigal Palestrinas für die Orgel intavoliert hatte und die mit ihrer klaren, von Chromatismen durchzogenen Linienführung (auch eingerichtet fürs Ensemble) eine Aura der Frömmigkeit entfaltet. Die Transkription der letzten Vokalkomposition Anton Bruckners, seines 1882 entstandenen Hymnus Vexilla regis in phyrgischer Tonart, sowie der unvollendet gebliebene Contrapunktus XIV aus Bachs “Kunst der Fuge”, mit dem das Programm offenkundig (und doch auf beglückende Art nur scheinbar) sein memento mori beschließt, verleihen der Anmutung dieser CD einen Nimbus der Überzeitlichkeit.

Auch die anderen drei in der Mehrzahl für das QNG geschriebenen Neukompositionen (von Gordon Beeferman, Paul Moravec und David Kosviner) sind Zeugnisse tief lotender künstlerischer Erlebnisweisen. Noch die schwierigsten Passagen oder die teils geräuschhaft oder perkussiv sich entfaltenden Formverläufe dieser Stücke stellen für Virtuosität, die Akkuratesse, die Balance der Tongebung und das Gestaltungsvermögen der vier Musikerinnen keinerlei Herausforderung dar. Von Helmut Rohm

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Ort:
Bayern 4 Klassik ‘Magazin Leporello’

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D

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